Anfangsjahre
Wer denkt nicht an die ersten beiden Ausflüge. Ebenso wie Südtirol war der Ausflug zum Säntis für die Sängerschar ein bleibendes Erlebnis, denn Herr Termin war ein hervorragender Reiseführer !
Nur dem Einsatz von Herrn Termin und seiner Frau Christiane war es zu verdanken, dass der Chor innerhalb kurzer Zeit 38 aktive Mitglieder zählte. Umso schmerzlicher war es für den Verein, als Herr Termin im Febraur 1966 sein Amt als Chorleiter niederlegte und im Sommer aus beruflichen Gründen von Erlenmoos wegzog.
Herr Hummler, ein Lehrer aus Mittelbiberach, erklärte sich freundlicherweise bereit, den Chor aushilfsweise zu übernehmen. Die Singstunden konnten jetzt in der neuerbauten Schule abgehalten werden, was wieder eine Verbesserung war. Der Chor befand sich jedoch in einer kritischen Phase und konnte sich nur mühsam über Wasser halten.Am 28. Mai 1966 übernahm Oberlehrer Hans Löcherer die Leitung des Chores. Durch den zweifachen Dirigentenwechsel blieben einige Sängerinnen und Sänger weg und das Häuflein schrumpfte immer mehr zusammen. Mit viel Eifer und Elan arbeitete Chorleiter Löcherer mit dem Chor weiter und konnte im April 1967 gemeinsam mit der Musikkapelle Rottum sein erstes Frühjahrskonzert aufführen. Bei der Heldengedenkfeier und beim Kapellenfest, bei der Schulhauseinweihung, der Fahnenweihe des Schützenvereins Oberstetten, sowie bei verschiedenen Ständchen trat der Singkreis an die Öffentlichkeit, um sein Können unter Beweis zu stellen. Im Protokoll sind folgende Worte des Vorstandes Hermann Dengler festgehalten:
'Der Verein kann in den drei Jahren seines Bestehens auf einen bewegten Verlauf der Vereinsgeschichte zurückblicken. Er erlebte Tiefen, die die Existenz des jungen Vereins in Frage stellten'.
Er ging dann auch auf den Dirigentenwechsel Termin - Hummler - Löcherer ein. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass sich der Verein nun langsam in einer Aufwärtsentwicklung befinde. Deshalb dankte er Herrn Löcherer im Namen des Vereins herzlich. Leider gelang es nicht, den Mitgliederstand zu halten bzw. neue Sängerinnen und Sänger zu mobilisieren. Das Interesse am Chorgesang liess im Gegenteil nach und der Singstundenbesuch wurde immer schlechter. Von den 25 Aktiven erschienen manchmal nur noch 15 zu den Chorproben, sodass das 'Lied' teilweise nur noch am Biertisch in geselliger Runde gepflegt wurde.
Chorleiter Löcherer und '22 Eiserne' liessen es sich aber nicht nehmen, bei der Hauptversammlung am 27. März 1969 dennoch für den Fortbestand des Chores zu stimmen. Herr Gauvorsitzender Mendler, der bei dieser Versammlung anwesend war, ermunterte alle Anwesenden, sich für die Erhaltung des Chores, bzw. des 'Liedes' einzusetzen. Herr Bürgermeister König brachte im Interesse der Gemeinde zum Ausdruck, dass der Fortbestand des Vereins allen am Herzen liegen sollte. Es wäre nach seiner Ansicht erfreulich, wenn auch die Jugend mit ihrem Einsatz dazu beitragen würde. Diese Worte verfehlten nicht ihre Wirkung auf die Chormitglieder. In fröhlicher Runde wurden gemeinsam Ideen entwickelt, wie der Fortbestand des Chores gesichert werden könnte. Trotz aller Bemühungen blieb der Singstundenbesuch weiterhin schlecht. Im April 1970 übernahm Herr Löcherer auch die Leitung des Chores in Rot an der Rot. Sein Ziel war es, mit beiden Chören dieselben Lieder einzustudieren, um bei Konzerten gemeinsam auftreten zu können.
Bei der Hauptversammlung am 26. März 1971 stimmten die Mitglieder für eine Zusammenarbeit mit dem Liederkranz Rot an der Rot. Herr Dengler stellte sich als Vorstand nicht mehr zur Wahl, Herr Josef Dolderer wurde an diesen Abend zum neuen Vorstand gewählt. Mit der Hoffnung, dass es im Verein neuen Aufschwung geben möge, schloss er die Versammlung. Der Zusammenschluss mit Rot an der Rot brachte neuen Schwung in den Verein. Die Proben wurden abwechselnd in Rot und in Erlenmoos abgehalten. Beide Chöre profitieren von diesem Zusammenschluss. Bei gemeinsamen Auftritten zählte der Chor immerhin 60 aktive Sänger. Das Singen machte wieder Freude und auch der Erfolg liess nicht lange auf sich warten. Beim Gaucherfest in Laupheim am 17. Juni 1972 nahm die Chorgemeinschaft am Wertungssingen teil. Die Note 'Sehr Gut - Gut' für das vorgetragene Lied: 'Zur Sommerszeit' von Cl. Jannequin war ein riesiger Erfolg. Hier ein Auszug aus der Kritik:
'DieWahl dieses Satzes bewies Geschmack des Chorleiters und seinen Mut, auch einmal zur Musik aus dem 16. Jahrhundert zu greifen. Der einfache, gut klingende Chorsatz wurde vom Chor auswendig und musikalisch vorgetragen. Besonders gut gelangen die dynamischen Abstufungen, die Aussprache war gut und deutlich !'
Auch der gesellige Teil kam zu dieser Zeit nicht zu kurz. Faschingsbälle wurde abgehalten, gemeinsame Maiwanderungen und Ausflüg durchgeführt. Zum Jahresende wurde ein Hasen- und Rehessen abgehalten, was im Laufe der Jahre zur Tradition beim Singkreis wurde. Noch heute wird daran festgehalten; die Weihnachtsfeier soll ein kleines Dankeschön an die Sängerinnen und Sänger für die geleistete Arbeit sein.





