Jahre 1973 - 1985
Neue Wege in die Chormusik
Mit dieser Überschrift wird in der Schwäbischen Zeitung von den erfolgreichen Konzerten in Erlenmoos und Rot im Jahre 1973 berichtet, die unter dem Motto 'Rythmische Chormusik' standen. Der Chor wurde von der Instrumentalgruppe 'The Tivolis' begleitet. Ein Höhepunkt des Konzert waren die Lieder aus dem Osteuropäischen Raum sowie die Soloeinlagen der Instrumentalgruppe. Auszug aus der Kritik:
'Es fällt schwer, das eine oder andere Lied hervorzuheben. Sie waren alle von einem jungen Chor mit Liebe markant und nahezu vollkommen vorgetragen'
Am 22. März 1973 übernahm Albert Gerner als Vorstand die Führung des Vereins.
Beim Sommerfest 1973 stellte Herr Löcherer seinen neu gegründeten Jugendchor der Öffentlichkeit vor. Die junge aber stattliche Sängerschar (ca. 50 Mitglieder) nahm an den Herbstkonzerten in Rot und Erlenmoos teil. Sie erhielten für Ihren Vortrag begeisterten Beifall. Diese Bereicherung des Singkreises und der Gemeinde war leider nicht von langer Dauer.
Bei der Generalversammlung 1975 wurde wieder ein Vorstandswechsel vollzogen. Da Herr Gerner sein Amt als Vorstand niederlegte, wurde Herr Hermann Ruf zum neuen Vorstand gewählt. Er hatte kein leichtes Amt zu übernehmen, denn durch die Doppelbelastung der Chorgemeinschaft waren viele Mitglieder überfordert. Viele Bemühungen wurden angestellt, um neue Mitglieder zu finden, damit wenigstens 'Ständchen' innerhalb der Gemeinde alleine gesungen werden konnten. Zwischen den vielen Auftritten blieb aber trotzdem Zeit für die Geselligkeit, worauf Vorstand Ruf besonderen Wert legte.
Im Frühjahr 1976 bereitete sich der Chor auf das Frühjahrskonzert mit dem Gesangverein Mittelbuch vor. Wer von den Sängerinnen und Sängern hätte damals gedacht, dass dies ihr letztes Chorkonzert unter der Leitung von Herrn Löcherer sein sollte ? Kurze Zeit später eröffnete Herr Löcherer seinem Chor, dass er nach Biberach im Schwarzwald versetzt werde. Ein neues Dirigentenproblem bahnte sich an. Bei einem kleinen Fest wurde Chorleiter Löcherer im Gasthaus zur Linde in Rot an der Rot verabschiedet. Beide Vorstände der Chorgemeinschaft bedankten sich bei Herrn Löcherer für seine geleistete Arbeit. Der Singkreis war wieder einmal ohne musikalischen Leiter. Auf Bitten der Vorstandschaft erklärte sich Albert Gerner dazu bereit, zunächst provisorisch den Chor zu übernehmen.
Der nächste Auftritt mit dem neuen Chorleiter fand anlässlich der Altareinweihung am 30. April 1978 in der Erlenmooser Kapelle statt. Albert Gerner verstand es, die Zahl der Sängerinnen und Sänger zu steigern und mit fast 40 aktiven Mitgliedern eine beruhigende Basis zu schaffen. Es war ihm selbst ein Anliegen, die Feste und Gedenkfeiern seiner Heimatgemeinde durch Chorgesang zu verschönern.
Zusammen mit der Musikkapelle Erlenmoos veranstaltete der Chor anlässlich der Altareinweihung ein Doppelkonzert.
Auszug aus der Kritik:
'Der Singkreis bestritt den ersten Teil des Konzertes. Diese Chorvereinigung besteht seit über einem Jahrzehnt und hat sich nach vielem Auf und Ab im Laufe der Jahre zu seiner heutigen Form entwickelt. Albert Gerner ist den etwa drei Dutzend Sängerinnen und Sängern ein gewiefter und experimentierfreudiger Dirigent, der seine Mannschaft gut im Griff hat.
Durch die gute Zusammenarbeit zwischen dem Chorleiter und der Vorstandschaft sowie dem immer besser werdenden Probenbesuch war das Fortbestehen des Chores gewährleistet. Der Singkreis trat nun bei Veranstaltungen befreundeter Vereine wieder häufiger an die Öffentlichkeit. So beteiligte er sich 1978 in Hürbel und 1979 in Tannheim bei Sängerfesten.
Am 16. Juni 1979 gestaltete der Singkreis Erlenmoos gemeinsam mit dem Sängerkranz Winterstettenstadt im Fachwerkhaus in Winterstettenstatt ein Chorkonzert. Seitdem besteht zwischen beiden Chören eine enge Sängerfreundschaft. Wiederholt haben sie zusammen Konzerte veranstaltet, und es war für den Singkreis eine besondere Freude, 1982 beim 120jährigen und 1987 beim 125jährigen Jubiläum des Sängerkranzes als Gastchor auftreten zu dürfen.
Die Gemeinde Erlenmoos feierte vom 27. bis 29. Juli 1979 ihr 850jähriges Bestehen. Für den Singkreis war es eine Selbstverständlichkeit, den Festabend und den Gottesdienst mitzugestalten.
Einen mutigen Entschluss fasste die Vorstandschaft am 24. August 1979. Trotz eines geringen Kassenbestandes entschied man sich für den Kauf eines Klavieres. diese Anschaffung war nur möglich, weil ein kräftiger Zuschuss vom Schwäbischen Sängerbund gewährt wurde. So konnte Kassier Bruno Gerner in der folgenden Generalversammlung dennoch eine positive Bilanz vorweisen.
'Wer singt und tanzt mit uns'
Unter diesem Motto veranstaltet der Singkreis im Mai 1982 einen bunten Abend im Gemeindesaal. Mit lustigen Gesellschaftsspielen, gemeinsamen Liedern und flotten Weisen bei denen das Tanzbein geschwungen werden konnte, betrieb der Chor Sängerwerbung. Der Erfolg blieb nicht aus: vier neue Mitglieder konnten in der nächsten Singstunde begrüsst werden. Das Vereinsleben des Singkreises nahm weiterhin einen erfolgreichen Verlauf. In den folgenden Jahren wurden immer wieder Konzerte veranstaltet und neue Sängerfreundschaften mit benachbarten Vereinen geknüpft. 1984 beteiligte sich der Chor am 125jährigen Jubiläum in Kirchberg, ebenso trat der Singkreis beim 100jährigen Vereinsjubiläum in Dettingen und Kirchdorf auf.
Mutig stellte sich der Chorleiter Albert Gerner mit seiner Sängerschar am 22. September 1985 in Ravensburg der Jury beim Kritiksingen mit dem 'Tanzlied von H. Poos'. Hier Auszüge aus der Kritik:
'Sie haben sich an eine interessante und aparte Komposition gewagt, die rythmisch und dynamisch gar nicht leicht zu realisieren ist. Man hörte von Anfang an, dass Sie durch Ihren Chorleiter gut vorbereitet waren und Ihren Part beherrschten. Die Soprane gefielen durch einheitlichen und sympatischen Klag, den Männerstimmen täten ein paar klangvolle Tenöre und Bässe gut. Der Chorklang ist durchsichtig etwas hell, erfreulich schlank und klang über weite Strecken recht präzise. Die Aussprache ist klar und deutlich, man verstand jedes Wort. Ihr Vortrag war eine Bereichung des Programmes, eine Delikatesse sozusagen.'
Beim Freundschaftssingen des Gesangverein Frohsinn Biberach anlässlich des 140jährigen Bestehens am 13. April 1986 applaudierte das Publikum begeistert für die dargebrachten Lieder: 'O herzensschöns Schätzel' 'Und auf ama Büschele Haberstroh' 'Mädele ruck, ruck, ruck'
Auf gesellige Abende wie der Schwäbische Abend in Kirchberg sowie das Weinfest in Gutenzell waren für die Sängerinnen und Sänger eine nette Abwechslung und wurden begeistert aufgenommen. Der Volksliederabend in Wain am 09. Mai 1987 wird dem Singkreis in guter Erinnerung bleiben. Gleich bei den ersten Liedern sprang der Funke über und das Publikum bedankte sich mit stürmischen Applaus für die dargebrachten Lieder.
Das freundschaftliche Verhältnis der ehemaligen Chorgemeinschaft Rot/Erlenmoos wurde beim 125jährigen Jubiläum am 27. Juni bwz. 07. Juli 1987 wieder aufgefrischt und vertieft. Als Patenverein wirkte der Singkreis beim Festbankett mit und umrahmte den Festgottesdienst. In historischen Kostümen beteiligten wir uns am Umzug.






